Eier aus Deutschland: woher unsere Eier kommen
Jede Person in Deutschland isst laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 252 Eier im Jahr. 72 Prozent des Bedarfs decken deutsche Hennen, der Rest wird importiert, vor allem aus den Niederlanden. Rund 51 Millionen Legehennen legten 2025 knapp 15,3 Milliarden Eier, und mehr als jede dritte Henne der größeren Betriebe steht in Niedersachsen.
Der Verbrauch wächst seit 2022 jedes Jahr. Die Erzeugung legt langsamer zu, und die Selbstversorgung ist 2025 zum vierten Mal in Folge gesunken. Deshalb liegt im Regal oft ein Ei aus dem Nachbarland, und vor Ostern wird es manchmal eng. Die Zahlen dazu stehen hier, jeweils mit Quelle.
Die Kennzahlen 2025
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Pro-Kopf-Verbrauch | 252 Eier pro Jahr (2024: 248, 2022: 234) | BLE, Versorgungsbilanz |
| Gesamtverbrauch | rund 21 Milliarden Eier inkl. Verarbeitung | BLE |
| Erzeugung Konsumeier | knapp 15,3 Milliarden | BLE |
| Selbstversorgungsgrad | 72 Prozent, viertes Jahr in Folge rückläufig | BLE |
| Legehennenbestand | rund 51,1 Millionen (alle Betriebe) | BLE |
| Legeleistung | 299 Eier je Henne und Jahr | BLE |
| Betriebe ab 3.000 Plätzen | rund 2.200 mit 44,6 Millionen Hennen | Statistisches Bundesamt, August 2025 |
| Haltung (Anteil an den Eiern) | 58 % Boden, 25 % Freiland, 15 % Bio, 3 % Kleingruppe | Statistisches Bundesamt, Jahr 2025 |
Die beiden Bestandszahlen passen zusammen. Das Statistische Bundesamt zählt nur Betriebe ab 3.000 Haltungsplätzen, die BLE rechnet in ihrer Bilanz kleine Höfe und Hobbyhaltung dazu.
Wo die Hennen stehen
Die deutsche Eierproduktion ballt sich im Nordwesten. Niedersachsen hält mehr Legehennen als die drei folgenden Bundesländer zusammen, mit Schwerpunkt im Oldenburger Münsterland um Vechta und Cloppenburg.
| Rang | Bundesland | Legehennen (August 2025) | Anteil | Code beginnt mit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Niedersachsen | 17,3 Millionen | rund 39 % | DE-03 |
| 2 | Nordrhein-Westfalen | 4,7 Millionen | rund 11 % | DE-05 |
| 3 | Bayern | 4,0 Millionen | rund 9 % | DE-09 |
Basis: 44,6 Millionen Hennen in Betrieben ab 3.000 Plätzen, Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom November 2025. Für die Plätze dahinter nennt die Mitteilung keine Zahlen. Zu den größeren Eierländern gehören auch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Brandenburg hat nach Angaben der Landesstatistik mit durchschnittlich rund 58.000 Hennen je Betrieb (2024) die größten Bestände der ostdeutschen Länder. In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Landesregierung rund 45 Prozent der Legehennen in Freilandhaltung und rund 30 Prozent in Bio-Haltung, so viel Auslauf gibt es in keinem anderen Bundesland.
Die Bundesland-Kennung steckt in den beiden Ziffern nach dem DE. Wie du sie liest, steht unter Eier-Code entschlüsseln.
Importe: das niederländische Ei
Mehr als jedes vierte in Deutschland gegessene Ei ist importiert. Laut BLE stammen 69 Prozent der eingeführten Schaleneier aus den Niederlanden, danach folgen mit großem Abstand Polen und Belgien. Die Niederlande sind kleiner als Niedersachsen, erzeugen aber weit mehr Eier, als sie selbst brauchen, und exportieren einen großen Teil davon. Importeier tragen den Code ihres Herkunftslands, also etwa 2-NL für Bodenhaltung oder 1-NL für Freiland. Aus Ländern, in denen ausgestaltete Käfige noch erlaubt sind, kommt auch die 3 vor, zum Beispiel 3-PL.
Saison: Ostern ist der Gipfel
Im März und April 2025 kauften die Haushalte in Deutschland nach Marktforschungsdaten pro Monat rund 1,1 Milliarden Eier. Das waren etwa 14 Prozent mehr als in den übrigen Monaten mit im Schnitt rund 970 Millionen. Die Hennen legen aber zu Ostern nicht mehr als sonst, also müssen Importe und Planung der Packstellen die Spitze abfangen. Kommen wie im Frühjahr 2026 Vogelgrippe und das Ende der Kleingruppenhaltung dazu, bleiben Regale auch mal leer. Laut BLE war die Versorgung trotzdem gesichert.
Preise und Vogelgrippe
Eier sind seit 2020 um mehr als 60 Prozent teurer geworden, zeigt der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts. Besonders steil ging es Anfang 2026 nach oben, im Februar lagen die Preise gut 16 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dahinter stehen gestiegene Kosten für Futter und Energie, die höhere Nachfrage, das Ende der Kleingruppenhaltung und die Geflügelpest. Im Herbst 2025 breitete sie sich ungewöhnlich früh und schnell aus. Allein im November bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut 105 Ausbrüche bei Geflügel und gehaltenen Vögeln, Hunderttausende Tiere mussten getötet werden, darunter ganze Legehennenherden. Ein Ausbruch trifft auch die Nachbarn. Rund um den betroffenen Hof gilt Stallpflicht, und Freilandhennen bleiben drinnen. Ihre Eier dürfen seit Ende 2023 trotzdem ohne Frist weiter als Freilandeier verkauft werden.
Eine amtliche Statistik der Ladenpreise nach Haltungsform gibt es nicht. Als grobe Orientierung kosten Bio-Eier im Supermarkt etwa das Anderthalbfache bis Doppelte von Bodenhaltungseiern, Freilandeier liegen dazwischen. Im Hofladen und im Bioladen zahlst du meist etwas mehr als im Discounter, und regionale Unterschiede sind normal.
Was das für dein Spiegelei bedeutet
An Eiweiß und Fett ändert die Herkunft nichts, siehe Nährwerte. Sie entscheidet aber oft darüber, wie alt das Ei ist, wenn es in die Pfanne kommt. Ein Importei hat Transport, Packstelle und Zentrallager hinter sich, bevor es im Regal liegt. Ein Ei aus dem Hofladen ist häufig nur wenige Tage alt. Junges Eiweiß bleibt kompakt und hoch, altes läuft breit. Wenn du nach der Technik in 7 Schritten brätst, siehst du den Unterschied am Rand des Spiegeleis. Frischetests und Lagerung stehen unter Eiergröße und Frische, die Haltungsformen dahinter unter Haltungsformen im Vergleich.
Häufige Fragen zu Eiern aus Deutschland
Wie viele Eier isst ein Deutscher pro Jahr?
252 Eier im Jahr 2025, laut Versorgungsbilanz der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Das sind knapp fünf pro Woche, Eier in Nudeln, Gebäck und Mayonnaise eingerechnet. 2022 waren es noch 234.
Woher kommen die importierten Eier?
Zu 69 Prozent aus den Niederlanden, danach folgen Polen und Belgien. Du erkennst sie am Länderkürzel im Code auf der Schale: NL, PL, BE.
Welches Bundesland produziert die meisten Eier?
Niedersachsen mit 17,3 Millionen Legehennen, rund 39 Prozent des Bestands in größeren Betrieben. Danach folgen Nordrhein-Westfalen mit 4,7 und Bayern mit 4,0 Millionen Hennen, laut Statistischem Bundesamt für August 2025.
Warum sind Eier so teuer geworden?
Seit 2020 ist der Preis um mehr als 60 Prozent gestiegen. Futter und Energie kosten mehr, die Nachfrage wächst, die Kleingruppenhaltung ist ausgelaufen, und die Geflügelpest hat 2025 und 2026 ganze Legehennenherden gekostet.