Eier-Wissen

Eier-Code entschlüsseln: was 0-DE-1234567 bedeutet

Der Stempel auf dem Ei hat drei Teile. Die erste Ziffer nennt die Haltungsform (0 Bio, 1 Freiland, 2 Boden, 3 Käfig), das Kürzel dahinter das Herkunftsland, die Zahlengruppe am Ende Bundesland, Betrieb und Stall. Seit 2004 ist dieser Erzeugercode in der EU für jedes Ei der Güteklasse A Pflicht.

Der Code ist gesetzlich geregelt und führt bis zum einzelnen Stall zurück. Mit Werbung hat er nichts zu tun. Wenn du ihn lesen kannst, siehst du mit einem Blick auf die Schale, wie die Henne gehalten wurde und ob das Ei aus deiner Gegend kommt. Diese Entscheidung fällt im Laden, lange bevor die Pfanne heiß wird.

Der Code in drei Teilen, am Beispiel 1-DE-0312345

StelleZifferBedeutung
11Haltungsform: Freilandhaltung
2DEHerkunftsland: Deutschland
303Bundesland: Niedersachsen
41234Betriebsnummer des Legebetriebs
55Stallnummer innerhalb des Betriebs

Die sieben Ziffern hinter dem DE sind in Deutschland immer gleich aufgebaut: zwei für das Bundesland, vier für den Betrieb, eine für den Stall. Andere EU-Länder haben hinter ihrem Kürzel eigene Muster, oft ohne Kennung für die Region.

Erste Ziffer: die Haltungsform

  • 0 = ökologische Erzeugung. Höchstens 6 Hennen pro Quadratmeter Stall, 4 Quadratmeter Auslauf pro Henne, Biofutter, kein Schnabelkürzen. Mehr dazu unter Warum Bio-Eier.
  • 1 = Freilandhaltung. Bis zu 9 Hennen pro Quadratmeter im Stall, tagsüber Zugang zu 4 Quadratmetern Auslauf pro Henne. Das Futter ist konventionell.
  • 2 = Bodenhaltung. Bis zu 9 Hennen pro Quadratmeter nutzbarer Fläche, kein Auslauf ins Freie. Laut Statistischem Bundesamt kamen 2025 rund 58 Prozent der deutschen Eier aus Bodenhaltung, mehr als aus jeder anderen Form.
  • 3 = Käfig- oder Kleingruppenhaltung. In Deutschland Ende 2025 ausgelaufen, Härtefälle dürfen längstens bis 2028 weitermachen. Ein Ei mit 3-DE wirst du kaum noch finden. Auf Importeiern, etwa aus Polen, kommt die 3 weiterhin vor.

Wie sich die Formen im Alltag der Hennen unterscheiden, zeigt die Tabelle unter Haltungsformen im Vergleich.

Zweiter Teil: das Länderkürzel

DE steht für Deutschland, NL für die Niederlande, PL für Polen, AT für Österreich, BE für Belgien, FR für Frankreich, DK für Dänemark, IT für Italien und ES für Spanien. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stammen 69 Prozent der nach Deutschland importierten Schaleneier aus den Niederlanden, danach folgen Polen und Belgien. Ein NL-Ei im deutschen Supermarkt ist also etwas ganz Normales. Mehr zu Herkunft und Selbstversorgung steht unter Eier aus Deutschland.

Dritter Teil: die Bundesland-Kennung

Die ersten beiden Ziffern nach dem DE entsprechen dem amtlichen Länderschlüssel. Daran siehst du, ob das Ei aus deinem Bundesland kommt.

ZiffernBundeslandZiffernBundesland
01Schleswig-Holstein09Bayern
02Hamburg10Saarland
03Niedersachsen11Berlin
04Bremen12Brandenburg
05Nordrhein-Westfalen13Mecklenburg-Vorpommern
06Hessen14Sachsen
07Rheinland-Pfalz15Sachsen-Anhalt
08Baden-Württemberg16Thüringen

Am häufigsten begegnet dir die 03. In Niedersachsen standen laut Statistischem Bundesamt im August 2025 rund 17 Millionen Legehennen, mehr als ein Drittel des Bestands in den größeren deutschen Betrieben.

Betriebs- und Stallnummer

Die vierstellige Betriebsnummer vergibt die zuständige Landesbehörde, wenn der Legebetrieb registriert wird. Die letzte Ziffer unterscheidet die Ställe eines Betriebs. Zwei Eier mit identischem Code stammen also aus demselben Stall. Den Hofnamen verrät der Code nicht. Für Eier aus Betrieben mit KAT-Kontrolle kannst du die Nummer auf der Seite was-steht-auf-dem-ei.de eingeben, eine Pflicht zur öffentlichen Auflösung gibt es aber nicht.

Erzeugercode ist nicht Packstelle. Auf der Schale steht, wo das Ei gelegt wurde. Auf dem Karton steht zusätzlich die Kennnummer der Packstelle, die sortiert, stempelt und verpackt. Beide Nummern sehen ähnlich aus, etwa DE-0312345, meinen aber oft zwei verschiedene Orte. In einem Karton mit bayerischer Packstelle können Eier aus Niedersachsen liegen. Verlass dich auf den Stempel auf dem Ei.

Was sonst noch auf dem Karton steht

Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf laut EU-Vermarktungsnorm höchstens 28 Tage nach dem Legetag liegen. Bis zu diesem 28. Tag dürfen Eier seit Ende 2022 auch verkauft werden, vorher war nach 21 Tagen Schluss. In Deutschland müssen sie ab dem 18. Tag gekühlt im Regal stehen. Das Legedatum ist eine freiwillige Angabe. Steht es drauf, weißt du ohne Rechnen, wie alt das Ei ist. Wie du Frische ohne Datum prüfst, steht unter Eiergröße und Frische.

Güteklasse A

Im Handel gibt es nur Güteklasse A. Das heißt: saubere, unbeschädigte Schale, Luftkammer höchstens 6 Millimeter hoch, Dotter beim Durchleuchten nur als Schatten sichtbar. Der Zusatz „Extra“ oder „Extra frisch“ ist bis zum 9. Tag nach dem Legen erlaubt und verlangt eine Luftkammer unter 4 Millimetern. Eier der Güteklasse B gehen in die Verarbeitung und landen nicht im Karton.

Gewichtsklassen

KlasseGewichtFür das Spiegelei
S (klein)unter 53 ggart etwas schneller, passt zu zweit in eine kleine Pfanne
M (mittel)53 bis unter 63 gStandardgröße, auf die sich alle Zeiten auf dieser Seite beziehen
L (groß)63 bis unter 73 gbraucht einen Moment länger, größerer Dotter
XL (sehr groß)73 g und mehrviel Eiweiß, ein Deckel hilft beim Durchgaren

Die Zeiten der Technik in 7 Schritten gelten für Größe M. Der Assistent rechnet für andere Größen um.

Sonderfälle: wenn kein Code drauf ist

  • Direkt ab Hof dürfen Erzeuger ihre Eier ohne Stempel an Endverbraucher verkaufen. Auf dem Wochenmarkt gilt die Stempelpflicht. Ausgenommen sind dort Kleinbetriebe mit bis zu 50 Hennen, wenn Name und Anschrift am Stand hängen.
  • Gefärbte und gekochte Eier gelten als verarbeitetes Lebensmittel, deshalb sind weder Code noch Haltungsform vorgeschrieben. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass hier auch Käfigeier aus dem Ausland verwendet werden können. Schau nach freiwilligen Angaben auf der Packung.
  • Lose Eier im Supermarkt müssen gestempelt sein. Dazu gehört ein Schild mit Güte- und Gewichtsklasse, Haltungsform und Mindesthaltbarkeit.
  • Für Eier in Nudeln, Kuchen oder Mayonnaise gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Eine Haltungskennzeichnung für verarbeitete Eier wird seit Jahren gefordert, Gesetz ist sie bisher nicht.

Häufige Fragen zum Eier-Code

Was bedeutet die 2 auf dem Ei?

Bodenhaltung. Das sind bis zu 9 Hennen pro Quadratmeter nutzbarer Stallfläche ohne Auslauf ins Freie. Rund 58 Prozent der 2025 in Deutschland erzeugten Eier stammen laut Statistischem Bundesamt aus dieser Haltungsform.

Kann ich am Code sehen, von welchem Hof das Ei kommt?

Nur indirekt. Der Code nennt Bundesland, Betriebsnummer und Stall. Den Hofnamen findest du, wenn der Erzeuger oder sein Kontrollverein die Nummer öffentlich auflöst, zum Beispiel über was-steht-auf-dem-ei.de. Vorgeschrieben ist das nicht.

Warum steht auf dem Karton eine andere Nummer als auf dem Ei?

Auf dem Karton steht die Nummer der Packstelle, also des Betriebs, der sortiert und verpackt hat. Der Erzeugercode auf der Schale nennt den Stall, in dem das Ei gelegt wurde. Verpackt der Hof selbst, liegen beide am selben Ort, sonst oft weit auseinander.

Gibt es noch Käfigeier mit 3-DE?

Kaum noch. Die Kleingruppenhaltung ist in Deutschland zum Jahresende 2025 ausgelaufen, Härtefälle dürfen bis spätestens 2028 weiterlaufen. Importeier mit 3-PL oder einer anderen ausländischen 3 gibt es weiterhin, vor allem in verarbeiteten Produkten.