Eier-Wissen

Wachteleier als Spiegelei braten: etwa 60 bis 90 Sekunden in der Pfanne

Ein Wachtelei wiegt 10 bis 12 g, etwa ein Fünftel eines Hühnereis, und wird bei Stufe 4 von 9 in etwa 60 bis 90 Sekunden zum Spiegelei. Mehr Mühe als das Braten macht das Öffnen. Unter der dünnen Kalkschale sitzt eine zähe Haut, die du mit einem gezackten Messer ansägst oder mit einer Wachteleierschere abschneidest. 3 bis 5 Stück ergeben eine Portion.

Der Dotter macht beim Wachtelei rund ein Drittel des Gewichts aus, etwas mehr als beim Hühnerei. Deshalb schmeckt es ein wenig kräftiger, als die Größe vermuten lässt. Auf Toast, Salat oder einer Tapa sehen die kleinen Spiegeleier aus, als hätte sich jemand Mühe gegeben.

Was du brauchst

  • 3 bis 5 Wachteleier pro Portion
  • ½ TL Butter
  • 1 kleine beschichtete Pfanne, 18 bis 20 cm
  • 1 kleines gezacktes Messer oder eine Wachteleierschere
  • 1 Espressotasse oder Eierbecher zum Aufschlagen
  • Salz, Pfeffer, erst am Ende

So brätst du Wachteleier

  1. Eier öffnen. Nimm das Ei mit der Spitze nach oben in eine Hand. Säge mit einem gezackten Messer im oberen Drittel rundherum, bis die Schale durchtrennt ist, und heb die Kappe ab. Die zähe Haut darunter reißt du mit der Messerspitze oder dem Daumennagel auf. Eine Wachteleierschere erledigt das in einer Bewegung, du setzt sie an, drückst zu, und die Kappe ist ab.
  2. In die Tasse gleiten lassen. Kipp das geöffnete Ei kopfüber in eine Espressotasse. Dort siehst du Schalensplitter und ob der Dotter ganz geblieben ist. Die Eier für eine Portion kommen nacheinander in dieselbe Tasse.
  3. Pfanne vorheizen. Stufe 4 von 9, beschichtete Pfanne, 1 Minute. Butter hinein und schwenken. Sie darf schäumen, aber nicht bräunen.
  4. Eier hinein. Halte die Tasse dicht über den Boden und gieß die Eier langsam aus. Alle auf einmal ergeben eine kleine Insel mit mehreren Dottern. Wenn du sie einzeln haben willst, gießt du sie mit etwas Abstand nacheinander aus.
  5. 60 bis 90 Sekunden braten. Nach etwa 60 Sekunden ist das Eiklar weiß und der Dotter noch flüssig, nach etwa 90 Sekunden ist er wachsweich. Bleib an der Pfanne, bei so kleinen Eiern machen ein paar Sekunden viel aus. Einen Deckel brauchst du nicht, die Eier sind so flach, dass die Oberseite von selbst mitgart.
  6. Runter, salzen, essen. Löse die Eier mit einem dünnen Wender vom Boden. Salz und Pfeffer kommen erst auf dem Teller dazu, wie beim großen Spiegelei.
Nicht am Pfannenrand aufschlagen. Wachteleierschalen splittern in winzige Stücke, die du in der Pfanne kaum wiederfindest. Säge oder schneide sie deshalb immer auf. Die Grundregeln stehen unter Eier richtig aufschlagen.

Nährwerte: Wachtelei gegen Hühnerei

Pro 100 g liegen beide Eier bei Energie und Eiweiß fast gleichauf. Weil der Dotter beim Wachtelei einen größeren Anteil hat, enthält es je 100 g etwas mehr Fett, Eisen und Vitamin B12 und gut doppelt so viel Cholesterin. Pro Stück kommt ein Wachtelei auf rund 15 kcal. Fünf Wachteleier entsprechen ungefähr einem Hühnerei der Größe M.

Nährwert1 Wachtelei (ca. 10 g)1 Hühnerei MJe 100 g Wachtel / Huhn
Energieca. 15 kcalca. 79 kcalca. 158 / 155 kcal
Proteinca. 1,3 gca. 6,9 gca. 13 / 12,5 g
Fettca. 1,1 gca. 5,5 gca. 11 / 10,5 g
Cholesterinca. 80 mgca. 200 mgca. 840 / 370 mg
Eisenca. 0,4 mgca. 1 mgca. 3,7 / 1,8 mg
Vitamin B12ca. 0,2 µgca. 0,5 µgca. 1,6 / 0,9 µg

Alles Circa-Werte aus gängigen Nährwerttabellen, gerundet. Je nach Futter, Rasse und Eigewicht schwanken sie spürbar. Alles zu Kalorien und Protein beim Hühnerei unter Nährwerte.

Wozu Wachtelspiegeleier passen

  • Auf Toast oder Röstbrot, drei Stück auf einer Scheibe mit Butter und Schnittlauch.
  • Lauwarm auf Feldsalat oder Spinat. Der flüssige Dotter übernimmt dann einen Teil des Dressings.
  • Auf einer Schale Ramen oder Reis. In Japan kennt man das Wachtelei auch roh auf Gunkan-Sushi.
  • Als Tapa auf einer Scheibe gebratener Chorizo oder Kartoffel, mit einem Zahnstocher fixiert. In spanischen Bars ist das ein verbreiteter Pincho.
  • Auf Mini-Burgern, Blinis oder kleinen Röstis, wo ein Hühnerei zu groß wäre.

Kaufen und lagern

Wachteleier bekommst du im Hofladen, auf dem Wochenmarkt, oft im Asia-Markt, in gut sortierten Supermärkten in 12er- oder 18er-Schachteln und online direkt von Wachtelhöfen. Rechne grob mit 25 bis 50 Cent pro Ei. Der Erzeugercode mit Haltungsform ist nur für Hühnereier Pflicht. Bei Wachteleiern musst du nach der Haltung fragen oder auf der Packung nachlesen. Für die Haltbarkeit richtest du dich nach dem Datum auf der Packung, gekühlt halten sie ähnlich lange wie Hühnereier. Der Wassertest funktioniert wie beim großen Ei, siehe Eiergröße und Frische. Auch Wachteleier können Salmonellen tragen. Mit flüssigem Dotter gilt für Schwangere, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen dieselbe Vorsicht wie beim Hühnerei.

Häufige Fragen zu Wachteleiern

Wie lange brät man ein Wachtelei?

Etwa 60 Sekunden für flüssigen Dotter und etwa 90 Sekunden für wachsweichen, bei Stufe 4 von 9 in einer vorgeheizten beschichteten Pfanne. Einen Deckel brauchst du nicht.

Wie viele Wachteleier ersetzen ein Hühnerei?

Etwa fünf. Ein Wachtelei wiegt 10 bis 12 g, ein Hühnerei der Größe M 53 bis 63 g. Für eine Spiegelei-Portion reichen 3 bis 5 Stück.

Wie öffnet man Wachteleier ohne Splitter?

Durch Schneiden statt Klopfen. Säge mit einem gezackten Messer im oberen Drittel rundherum, heb die Kappe ab und reiß die zähe Haut mit der Messerspitze auf. Mit einer Wachteleierschere geht das in einem Griff.

Sind Wachteleier gesünder als Hühnereier?

Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. Pro 100 g ähneln sich beide Eier. Das Wachtelei enthält wegen des höheren Dotteranteils etwas mehr Fett, Eisen und Vitamin B12 und deutlich mehr Cholesterin. Bei drei bis fünf Stück pro Portion fällt der Unterschied kaum ins Gewicht.